1-1-2 überschattet 6:2

Testspiel unserer „C“ gegen die Spielgemeinschaft OSV-Wüstenbrand  6:2 (4:1)

Beim Fußballspielen ist es wohl ein klein bisschen wie beim Fahrradfahren. Hat man es einmal gelernt, bleibt irgendwo an der Hirnrinde etwas haften und man verlernt es sein ganzes Leben nicht mehr. Trotzdem ist es auf jeden Fall von Vorteil, den entsprechenden Regionen unseres Kopfes immer wieder einige Impulse zu geben, damit nicht doch irgendwann aus einem Fußballspieler ein Bingo-Spieler wird. Und da die Rückspielsaison noch etwas auf sich warten lässt, entschlossen sich die Blau-Weißen und die Spielgemeinschaft Oberlungwitz/Wüstenbrand, den winterlichen Fußball-Entzugserscheinungen Einhalt zu gebieten. Die beiden Mannschaften trafen sich am frühen Nachmittag des 27.02. auf dem Wüstenbrander Kunstrasen zu einem Freundschaftsspiel.

Unserer Mannschaft war klar, dass es keine leichte Begegnung werden würde. Immerhin spielt unser Gegner höherklassiger als wir und die Spieler haben im Durchschnitt auch ein paar Monates mehr auf dem Buckel. Trotzdem wollten wir uns nach Kräften bemühen, ordentlich gegenzuhalten und eine allzu hohe Klatsche vermeiden. Die Zuschauer spürten den Willen beider Mannschaften, eine gute Partie abzuliefern. Freilich zeigte sich recht schnell, dass die Jungs in Grün überlegter und flüssiger spielten als wir. Und dennoch. Wir mussten uns wahrlich nicht schämen, denn für unsere Verhältnisse waren wir heute recht gut.

Der erste Treffer der Partie war ein echter Kracher. Schade, dass sich von der Sportschau mal wieder keiner sehen ließ. So kann das Tor leider der breiten Öffentlichkeit nicht gezeigt werden und auch nicht zum Tor des Monates nominiert werden. Der Schuss des OSV wäre es auf jeden Fall wert gewesen, einige Sekunden der wertvollen ARD-Sendezeit zu beanspruchen. Aus einer sehr schön getretenen Ecke heraus krachte der Ball an den linken Pfosten, von dort direkt an den rechten Posten und dann hinein in die Maschen. Ein Billard-Flugball erster Güte! Unser Torhüter Moritz hatte nicht den Hauch einer Chance. Mit diesem sehenswerten Highlight ging unser Kontrahent in Führung. Es sollte nicht der einzige, aber doch der schönste Treffer der Partie bleiben. Zum Halbzeitende zeigte die elektronische Anzeigentafel ein 4:1. Unser Torschütze war Marcel, der allen zeigte, dass er nicht nur unglaublich schnell ist, sondern auch mit viel Übersicht und Treffsicherheit spielt. Auch wenn sich unsere Mannschaft kaum mehr Siegchancen ausrechnete, so sorgte das Tor auf Seiten der Blau-Weißen doch für einen gehörigen Motivationsschub.

Nach der Halbzeitpause fanden sich die Mannschaften wieder auf dem Spielfeld ein. Noch immer wehte ein recht eisiger Winterwind, doch die Sonne hielt dagegen, so gut sie konnte. Noch wussten wir zu diesem Zeitpunkt nicht, dass recht schnell nach Wiederanpfiff eine dicke dunkle Wolke die sonnige Stimmung trüben würde – keine oben am Himmel, sondern unten auf dem Rasen. Um einen Torangriff des Gegners abzuwehren, kickte unsere Verteidigung den Ball aus dem Strafraum. Die Aktion war regelkonform, aber letztlich war dies für alle Beteiligten nur ein ganz, ganz schwacher Trost. Denn traurigerweise rutschte unser Spieler seinem Gegner dabei im Anschluss gegen dessen Fuß. Eine stille Schrecksekunde folgte und dann ließ ein Schmerzensschrei allen Spielern auf dem Platz und den Zuschauern das Blut in den Adern gefrieren. Wer dabei war, wird noch immer mit einem Kloß im Hals zu kämpfen haben. Allen war sofort klar, dass dies nichts mit einem blauen Flecken, mit einer kleinen Schürfwunde oder den sonstigen Blessuren des Fußballalltags zu tun hatte. Heute wurden wir leider Zeuge einer wirklich schlimmen Sportverletzung. Das Spiel wurde unterbrochen und die Minuten, bis endlich der gerufene Krankenwagen eintraf, waren fast unerträglich.

Wir möchten an dieser Stelle den Rettungssanitätern und der Notärztin herzlich danken, dass sie unserem verletzten Sportsfreund so schnell halfen, auch wenn sie ihm wohl letztlich den Rucksack voller Schmerzen nicht ganz abnehmen konnten. Die Mannschaft von Blau-Weiß Gersdorf, die Trainer und Fans wünschen dem Jungen baldige Besserung und drücken ganz doll die Daumen, dass mit dem Fuß bald alles wieder in Ordnung kommt.

Die beiden Mannschaften entschieden, das Fußballspiel fortzusetzen. Doch auch wenn wohl alle damit Tapferkeit an den Tag legen und sich selbst Mut zusprechen wollten und dies vielleicht das beste Mittel war, irgendwie mit der beklemmenden Situation zurechtzukommen, so merkte man doch, dass sich über das Spiel ein großer Schleier des Mitgefühls gelegt hatte. Es wurde zwar gespielt und der Torestand erhöhte sich noch auf 6:2, aber der große Schatten der dicken dunklen Wolke schwebte bis zum Abpfiff über dem Spielfeld. Es gehört zum Alltag, wenn im Fernsehen davon berichtet wird, dass dieser oder jener Fußballstar verletzt ausfällt. So nah dabei zu sein, ist aber dann doch etwas vollkommen anderes.

Und hier noch einige Bildeindrücke vom Spiel:

 

Ein Kommentar

  1. Liebe Sportfreunde, wir reden hier von einem Freundschaftsspiel unter Jugendlichen. Wenn solche brutalen Fouls (Fraktur Sprunggelenk/Wadenbein) verniedlicht und vom Schiedsrichter nicht erkannt werden, fehlt mir jegliches Verständnis. Unser Spieler hatte den Ball unter Kontrolle, war beim Torabschluß und bekam das Stand bein weggetreten. Regelkonform sieht bei mir anders aus. Wir, wie auch ihr versuchen unsrere Kinder von der Playstation auf den Fußballplatz zu locken. Dabei sollten wir Fairnis auf dem Platz, aber auch bei den Spielberichten walten lassen. Mit sportlichen Grüßen Uwe Hallbauer

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