Dez 02

SV Kirchberg : SpG Gersdorf/ Lugau 4:5 (1:3)

Bei Temperaturen um den Nullpunkt, aber herrlicher Wintersonne trafen heute die Mannschaften aus Kirchberg und die Spielgemeinschaft Gersdorf / Lugau aufeinander. Unser Team wirkte beim Aufwärmen noch etwas motivationsbedürftig, aber zum Zeitpunkt des Anstoßes waren dann alle putzmunter und zeigten einen tadellosen Einsatz. Trotz des an den Tag gelegten Engagements gingen jedoch gleich zu Beginn viele Bälle verloren und dem Gegner fiel es immer wieder leicht, sogar an zwei Gersdorfer Gegenspielern vorbeikommen oder mitten durch sie hindurch. Es lag viel Aufregung in der Luft, denn es war nach nur wenigen Spielzügen allen klar, dass es heute kein Spaziergang werden würde.

Kirchberg kam recht schnell zum ersten richtig gefährlichen Torschuss. Keeper Moritz musste zum Sprung ansetzen, um den Ball dann letztlich sicher unter sich zu begraben und den frühen Kirchberger Führungstreffer zu verhindern. Kurz darauf bekam Gersdorf seine erste gute Chance, nachdem Madlen mit erstklassigem Einsatz eine Ecke herausgeholt hatte. Die Ecke kam gut, aber der Ball zischte knapp am Tor vorbei. Kirchberg konterte und war ein meisterlicher Lückenfüller. Sie hatten ein wirklich gutes Händchen / Füßchen, was das Erkennen von freien Räumen anging. Schon wieder hatten sie sich eine gute Schussposition erlaufen und der Stürmer setzte zum finalen Kick an. Rumms – Latte! „Puh, Schwein gehabt“, sagten die Gersdorfer. „Och nee, so ein Pech“, sagte die Kirchberger. Gersdorf geriet immer wieder in Bedrängnis und Kirchberg machte gefährlich Druck. Es lag die Befürchtung in der Luft, dass wir möglicherweise einen der nächsten Angriffe nicht heil überstehen würden und so war es dann auch. Durch einen wunderbaren Kopfballtreffer ging die Heimmannschaft in Führung.

Gersdorf verstärkte seine Bemühungen, baldmöglichst auszugleichen. Mit einem wunderschönen Tor glich Gersdorf wenig später zum 1:1 aus. Das gab uns einen guten Motivationsschub und das Zusammenspiel unserer Spieler gelang immer häufiger. Die Begegnung verlief auf hohem Niveau und war für die Zuschauer sehr schön anzusehen. Kirchberg hielt weiterhin erstklassig dagegen und verhalf uns auch offensiv zu dem einen oder anderen Schreckmoment. Um einen weiteren Kirchberger Treffer zu verhindern, zogen wir die Notbremse und der Schiedsrichter zog die gelbe Karte. Für den Übeltäter gab es ein aufmunterndes Nicken der Mannschaftskameraden, denn es gibt im Fußballlexikon nicht ohne Grund den Worteintrag „taktisches Foul“. Manchmal muss es eben sein!

Wir können unserem Torhüter bescheinigen, dass er wie gewohnt erstklassig hielt, wenn sich die Kirchberger durch unsere Reihen erfolgreich hindurch gekämpft hatten. Aber wer heute noch besser hielt, war die Latte. Denn bereits zum zweiten Mal am heutigen Tag machte sie einen erstklassigen Job und stellte sich dem heranfliegenden Ball tapfer in den Weg. Zum Glück bekommt Alu keine blauen Flecken, denn der Schuss von Kirchberg war hart und verursachte einmal mehr ein lautes metallisches Klirren. Das Gersdorfer Schwein grunzte zufrieden über seine wiederholte Unterstützung des Teams. Dann hätte es fast 2:1 gestanden, aber wieder war viel Glück für uns dabei. Einer der Kirchberger Jungs hatte einen super Schuss Richtung Tor abgegeben und der Ball wäre ganz sicher im Tor gelandet. Aber ein zweiter Kirchberger wollte es nicht dem Zufall überlassen, ob der Ball es sich nicht kurz vor der Torlinie noch anders überlegt und setzte nach. Leider zählte aufgrund dieser Berührung das Tor nicht. Das Gersdorfer Schwein strich sich zufrieden über seine Borsten und klopfte sich auf seine Schweineschulter.

Nun war Gersdorf wieder am Zug. Blöderweise waren die Leute von der Sportschau gerade auf anderen Plätzen unterwegs, was wirklich schade war. Denn der nun sehende Spielzug von Gersdorf, ein superschöner langer Pass, gekrönt durch ein hervorragendes Tor von Madlen, wären es wert gewesen, einmal zur besten Sendezeit Samstag 18.30 Uhr in der ARD gezeigt zu werden. Kapitän Moritz rief sogleich übers ganze Spielfeld: „Total geiles Tor, weiter so!!!“ Wenig später konnte sich auch Luka ein dickes Lob von seinen Kollegen einholen, als er die Führung von Gersdorf auf 1:3 ausbaute.

Das Spiel blieb dann auch in der zweiten Halbzeit sehr abwechslungsreich und wahnsinnig spannend. Aufgrund einer insgesamt besseren Teamabstimmung konnte Kirchberg den verdienten Anschlusstreffer zum 2:3 erzielen. Gersdorf hat im direkten Vergleich mit Kirchberg Defizite im Zusammenwirken, die sie allerdings mit einem erstklassigen Kampfgeist und einer top Motivation wettmachen konnten. Doch der Druck auf das Gersdorfer Team wuchs von Spielminute zu Spielminute. Es kam zu immer mehr kritischen Situationen vorm Tor und die Führung stand durchaus auf sehr wackeligen Füßen. Doch dann holte unsere Mannschaft zum Befreiungsschlag aus. Luka entschied sich kurzerhand, einfach mal aus 20 Metern einen Fernschuss zu wagen. Der Kirchberger Keeper war nicht besonders gut in Form an diesem Tag und wurde von den Blau-Weißen als Schwachstelle ausgemacht, die es auszunutzen galt. Kirchberg ließ sich vom 2:4 nicht entmutigen und blieb hartnäckig an unseren Fersen. Sie schafften es mit viel Geschick und Abgebrühtheit, unsere Abwehr abzuschütteln und sich die entscheidenden Zentimeter aus unseren Klauen zu befreien. Etwa eine Viertelstunde vor Schluss rückte uns Kirchberg mit seinem dritten Treffer noch einmal verdächtig auf die Pelle. Doch Luka dachte sich: Was einmal klappt, kann doch auch ein zweites Mal erfolgreich sein. Wieder setzte er zu einem Fernschuss an. Beim Kirchberger Keeper hatte sich ein Rechenfehler bei der Berechnung der Flugbahn eingeschlichen und so konnte Gersdorf an diesem Tag über ein weiteres Tor aus ungefähr 20 Metern jubeln. Die Begegnung blieb dennoch eine ganz enge Kiste und die Notbremse musste ein zweites Mal an diesem Tag seinen Dienst tun. Wieder gelb für Gersdorf. „Das war wichtig! Das was richtig !“, murmelten die Zuschauer leise und einige Spieler äußerten etwas laut (fast schon zu laut), dass es ihnen gefällt, dass der Gegner gefällt wurde. Immerhin konnten wir mit dieser Aktion die Gefahr aus dem Angriff der Kirchberger nehmen und alle schauten sehnsüchtig zum Schiedsrichter. Würde er nun endlich sein Pfeifchen in den Mund nehmen? Doch der dachte gar nicht daran, er ließ locker noch sieben Minuten nachspielen und das Trainerteam wechselte, was das Zeug hielt und die Regeln zuließ. Dann war es endlich vorbei. Gersdorf rettete das 4:5 über die Ziellinie. Es war ein sehr schönes Spiel mit viel Eifer auf beiden Seiten, einer gehörigen Portion Glück für Gersdorf und einer insgesamt tollen Mannschaftsleistung auf beiden Seiten. Das Zusehen hat echt Freude gemacht!

Und hier noch einige Bildeindrücke vom Spiel:


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