Angsthasenfußball gegen Schönfels

20. Spieltag

SG 48 Schönfels – Blau-Weiß Gersdorf D2     5:2 (4:1)

Unser Torschütze: Marcel (2 x)

Die Saison neigt sich langsam dem Ende entgegen und unser Rückrundenspiel gegen Schönfels stand ins Haus. Auf dem Parkplatz im Gersdorfer Ortszentrum wurden erste WM-Eindrücke ausgetauscht und dann ging es ab in die Fahrzeuge und auf in Richtung B173. In Schönfels angekommen traf sich Waldis WM-Talk vor der Imbisshütte der Gäste, während die Blau-Weißen in ihre Trikots und Hosen schlüpften.

Nach dem Aufwärmen beider Mannschaften schworen sich unsere Schönfelser Gegner ein. Ihr Ruf: „Wer sind wir? Schönfels! Was wollen wir? Gewinnen!“ hallte über den Platz. Klar, gewinnen wollten wir auch. Zumindest ist es für jeden außenstehenden Betrachter klar, dass jede Mannschaft gewinnen möchte. Leider hatte man von Beginn des Spieles an den Eindruck, dass es unserer D2 heute egal war, um nicht zu sagen scheißegal. Es war eine Katastrophe. Trainer Markus taten vom Zusehen die Haare weh, weil er sie sich allzu sehr raufte und auch bei Trainer Boegel fiel es lediglich wegen seiner Frisur nicht auf, dass auch ihm die Haare während der gesamten Spielzeit zu Berge standen.

Für unsere deutsche Nationalmannschaft gilt die Erkenntnis: „Lahm kann auf jeder Position spielen!“ Für unsere D2 galt heute: „Lahm kann man auf jeder Position spielen!“ Unsere Mannschaft hatte heute einen Totalausfall und der zog sich durch alle unsere Reihen. Während die Schönfelser engagiert und sehr kameradschaftlich zur Sache gingen, waren in unserer Los-Trommel nur Zettel mit den Aufschriften „Lust-Los“, „Kampf-Los“, „Kraft-Los“ und damit kann man kein Spiel gewinnen, ja nicht mal einen Blumentopf oder einen Trostpreis. Es fällt schwer, zu dem heutigen Spiel etwas niederzuschreiben, weil man sich eigentlich lieber in den Mantel des Schweigens hüllen und vor lauter Scham und Enttäuschung die Tarnkappe aufsetzen möchte.

Doch all die Leser, die auf diese Seite geklickt haben, um etwas zum heutigen Spiel zu erfahren, sollen freilich nicht in einem Artikel des Schweigens herumstöbern. Drum hier ein kurzer Abriss des Spiels… Die Schönfelser waren voll Elan und sofort mit dem Anpfiff war deren Schalter auf Kampf gestellt. Wir hatten den Pfiff zwar auch gehört, aber unser Schalter klemmte, wir liefen lediglich auf Standby, sprich: Wir waren zwar grundsätzlich anwesend, arbeiteten aber nicht und verbrauchten auch kaum Energie. So war der erste Treffer für Schönfels vor-programmiert, nach etwa fünf Minuten stand es 1:0 und nach acht Minuten 2:0. Immerhin ließen uns die Schönfelser in einer ansonsten sehr gut sortierten Aufstellung wenig später eine Lücke in Richtung Tor, die Marcel passierte und beherzt seine Chance auf den Anschlusstreffer nutzte. Es hätte die Initialzündung sein können, sich auf die Stärken unserer Mannschaft zu besinnen und zu zeigen, dass wir ein ernstzunehmender Gegner sind. Aber Pustekuchen! Wir dösten weiter, während die Spiellaune des Gastgebers stetig wuchs. Die blau-weißen Fans schauten einem fortwährend enttäuschendem Spiel zu und hätten ganz sicher den Platz vorzeitig verlassen, wenn sie nicht einen Fahrauftrag zu erfüllen gehabt hätten.

Die Schönfelser waren technisch gute Spieler. Doch was am meisten auffiel, war ihre geistige Wendigkeit. Wie schnell sie geänderte Spielsituationen erkannten, konterten und richtig und vorausschauend reagierten, war echt klasse. Wir hatten dem heute nichts entgegenzusetzen. Was man noch spürte, war der tolle Mannschaftsgeist der SG48er. Sie spielten nicht nur mit den Beinen zusammen, sondern auch mit ihren Stimmen. Sie riefen sich ihre Aktionen zu, stimmten sich ab und feuerten sich gegenseitig an. Es ist traurig, dass sich unsere D2 zwar gut versteht, aber es nicht gelernt hat, diese Freundschaft auch auf dem Platz auszuleben. Das war einer von vielen Bausteinen, der uns heute fehlte, um eine Mauer gegen die Schönfelser zu errichten und sie von einem Sieg abzuhalten.

Wir kassierten in der ersten Halbzeit vier Tore. Immerhin kam in der zweiten Hälfte nur noch ein weiteres hinzu, weil das Engagement der Mannschaft sich nach den Halbzeitbesprechung mit dem Trainerteam etwas besserte. Positiv wollen wir heute die Leistung von Justin M. herausstellen, der nach seiner Einwechslung einen sehr guten Kampfeswillen zeigte und mit seiner Schnelligkeit der Mannschaft Schwung gab. In der letzten Spielminute sorgte nochmals Marcel für ein schönes Tor und so war das Spielergebnis zumindest optisch nicht allzu katastrophal, wenngleich das Spiel es durchaus war.

Und hier noch einige Bildeindrücke vom Spiel:

Ein Kommentar

  1. Auch wenn euer Spiel heut vielleicht nicht das Beste war, der Spielbericht ist jedenfalls WM-Reif. Ich hatte Tränen in den Augen beim Lesen. Klasse Yvonne 🙂

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