Niederlungwitz grandios an der kurzen Leine gehalten

7. Spieltag

Lok Glauchau / Niederlungwitz    – Blau-Weiß Gersdorf D2   2:1  (0:0)

Tore: Niederlungwitz (32., 36.,), Justin M. (49.)

In Deutschland gab es einige Lokführerstreiks und viele Passanten warteten heute vergeblich auf ihre Züge.  Aber die Lok von Glauchau/ Niederlungwitz war davon nicht betroffen. Sie war überaus pünktlich auf den Rasenbahnhof eingefahren und wartete auf ihre Gäste, auf uns. Allen war klar, dass es eine wilde Fahrt werden würde mit dieser Lok Niederlungwitz. Sie war nicht bekannt für ihre Verspätungen, ganz im Gegenteil. Sie fuhr ihren Gästen gern eilig haushoch davon. Auch wenn der Fahrplan nicht veröffentlicht war, so wussten wir doch, dass darin ganz sicher stand: 18:00 Uhr Beginn, 19:15 Uhr Gewinn. Doch so leicht wollten wir uns von der Lok nicht überrollen lassen.

Der Schaffner erhob die Kelle, der Pfeifton hallte über den Platz und los ging die Fahrt! Unsere Trainer hatten die Fahrkarten für den heutigen Tag an uns verteilt. Auf den Abwehr-Fahrkarten stand die klare Weisung: „Dranbleiben! Fahrt verlangsamen. Bei Gefahr Notbremse ziehen!“ Die Tickets des Mittelfeldes waren konkret auf bestimmte Waggons der Lok Glauchau ausgestellt, insbesondere auf den großen Wagen Nr. 2 und die Gefahrstoff-Transporter Nr. 6 und 8. Wenn wir wollten, dass die Lok nicht zu viel Fahrt aufnahm, mussten wir genau hier höllisch aufpassen und diese Nummern nicht aus den Augen lassen. Auf den Fahrausweisen unserer Stürmer war zu lesen: „Zu aller erst Lok, dann erst Tor stürmen!“

Der gelb-Schwarze Kessel war eingeheizt und sofort auf Betriebstemperatur. Wir bekamen es hautnah zu spüren, dass bei der Lok ordentlich Dampf drin war. Doch davon ließen wir uns nicht schrecken. Wir schauten immer wieder auf unsere Fahrkarten und hielten uns genau an das, was darauf stand. Alle Gersdorfer Fußballschuhe waren ausgefahren, um die Lok zu bremsen. Und auch wenn die Sohlen brannten, so war deutlich zu merken, dass wir es mit vereinten Kräften hinbekamen, dass das gelb-schwarze Stahlross nicht volle Fahrt aufnehmen konnte. Gerade in der ersten Halbzeit schafften wir das, was keiner für möglich gehalten hatten: Die Lok kam nicht zum Zug! Was würde wohl ein Philosoph zu diesem Satz sagen? Er würde sagen: „Die Lok ist doch selbst ein Zug und wenn die Lok nicht zum Zug kommt, dann hieße das ja: Die Lok findet nicht zu sich selbst.“ Und damit hat er nicht ganz unrecht.

Es war tatsächlich so, dass die Niederlungwitzer gar nicht recht wussten, wie ihnen geschieht. Ganz sicher hatten sie nicht gedacht, dass die Gersdorfer solche Kletten sein können, die einem lästig an den Fersen kleben, egal wohin man geht und rennt. Wir betrieben die konsequente Manndeckung so konsequent, dass es den Jungs aus dem schönen Glauchauer Ortsteil kaum möglich war, ihr Ding durchzuziehen. Freilich soll an dieser Stelle erwähnt werden, dass es durchaus heikle Situationen gab und das Aluminium rund um Niklas heute etwa fünf Dellen abbekam. Doch erstaunlicherweise ließ sich unsere Mannschaft von den Pfostenschüssen nicht aus der Ruhe bringen und ohne jede Angst und Bange wurde sofort weitergespielt, mit viel Biss und starkem Willen. Nie hätten wir es für möglich gehalten, dass wir mit einem 0:0 in die Pause gehen würden. Aber genau das taten wir. Nix mit 10:0, ja nicht mal 1:0. Die Fans waren mächtig stolz auf die Mannschaft.

Dann starteten wir in die zweite Hälfte des Spiels. Freilich hatten die Niederlungwitzer die Pause genutzt, um die erste halbe Stunde zu analysieren und die kurze Leine, an die wir die Gegner genommen hatten, wurde nun leider etwas länger. Und es gab zwei Momente, an denen wir den Strick losließen und die schwarz-gelben die so gewonnene Freiheit gradenlos ausnutzten. Innerhalb von nur fünf Minuten musste unser Torhüter zweimal hinter sich greifen. Trotzdem: Unsere Mannschaft machte heute ein erstklassiges Spiel. Max S. machte die Schultern breit und behütete den Ball wie eine Löwenmutter ihr Junges, Marcel war stets zur rechten Zeit am rechten Ort und zeigte sich läuferisch stark und kämpferisch. Justin M. nahm es mit der langen „Zwei“ auf und zeigte, dass er so schnell sein kann wie der Blitz bei einem Gewitter. Im Mittelfeld sah man wunderbaren Kombinationsfußball, zum Beispiel zwischen Erik und Max W.  Und freilich wollen wir unsere Verteidigung mit Marcus und Axel nicht vergessen, die voll Einsatz die Notbremse zogen, damit die Glauchauer Lok nicht bis zu unserem Tor heranrollen konnte. Und wenn es doch einmal passiert, so sorgte Niklas mit klasse Paraden dafür, dass der Ball nicht in unserem Kasten landete.

Etwa 10 Minuten vor Schluss gelang uns der Anschlusstreffer zum 2:1. Nach toller Vorarbeit von Marcel war es Justin M., der kam, sah und siegte. Gegen Ende hätte es sogar noch zum Ausgleich kommen können, doch der Ball huschte zu schnell durch den Strafraum und der finale Tritt war einfach nicht mehr drin. Ärgerlich? Nein. Aber schade war es schon. Einen Grund, traurig zu sein haben wir nicht. Aber wir haben tausend Gründe, um fröhlich zu sein und stolz auf das, was wir heute gezeigt haben.

Es war ein schöner Fußballabend! Wir sind der Meinung, das war:    S P I T Z E ! ! !

Und hier noch einige Bildeindrücke vom Spiel:

 

3 Kommentare

  1. Auch wenn das Spiel verloren ging, so ist die Leistung und das Ergebnis wie ein Sieg! Prima gemacht Jungs, danke an die Trainer.

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